„Es ist unser Lebensstil, der den Klimawandel produziert. Das zu diskutieren, traut sich aber keiner. Solange wir das nicht verstehen, werden wir die Entwicklung nicht aufhalten. Wir müssen unser Verhalten ändern.“ Dieses Wort zum Sonntag stammt vom SPD-Urgestein Klaus von Dohnanyi (.. und war bereits am Samstag in der WELT zu lesen).

 

 

Im Interview mit Jana Werner wirft Dohnanyi speziell den Grünen vor, in der aktuellen Diskussion um den Klimawandel eine von Stimmungen unter den Wählern getriebene Ankündigungspolitik ohne praktikable Konzepte für deren Umsetzung zu betreiben. „Mich ärgert, dass sich die Grünen vor diesen Konflikten drücken und Forderungen stellen, deren Realisierung aber Konflikte bringt, denen sie sich dann nicht offen stellen.“ Die Klimaziele werden sich nicht ohne die Bereitschaft der Bürger erreichen lassen, auf viele Bequemlichkeiten zu verzichten, meint Dohnanyi und führt Beispiele an: „Es ist aus meiner Sicht eine Illusion, kurzfristig durch Wärmedämmung von Häusern viel zu erreichen. Müssten wir nicht innen anfangen, weniger heizen und uns einen warmen Pullover und dicke Socken anziehen, wenn uns kalt ist? … Oder sollten wir nicht statt Avocados und Ananas von weither zu holen, wieder heimische Äpfel essen wie in meiner „klimaneutraleren“ Kindheit?“

 

Wie recht er hat! Gerade hinsichtlich der Ernährung gäbe es über „Äpfel statt Avocados“ hinaus einen ganzen Sack voller angesagter Veränderungen: Fleisch – die Hälfte reicht. Lebensmittel sinnvoll verwerten statt wegschmeißen und verschwenden. Nachhaltig einkaufen. Regional und saisonal statt international und immer. So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Bioprodukte first. Lasst Eure Nahrung so natürlich wie möglich sein. Weniger hochverarbeitete Produkte (Convenience Food) mit erschreckender Ökobilanz. Die Liste ließe sich um viele Details verlängern. Klar ist: Es gäbe für jeden von uns alleine rund ums Essen und Trinken viel zu verändern – alles nicht schwer und nicht wirklich teuer. Die Botschaft hat leider die Mehrheit der Menschen noch längst nicht erreicht.  Es wird noch dauern, bis es soweit ist, dass wirklich viele ihr Verhalten ändern.

 

PS: Die Lektüre des gesamten Interviews, in dem es primär um die Grünen und ihre klimapolitischen Forderungen geht, ist unbedingt empfehlenswert!

 

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