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Frankreich: Wo das Mittagessen noch heilig ist

Den Franzosen geht es schlecht. Trotzdem lassen sie sich ihren Spaß am Essen nicht verdrießen – was man zum Beispiel an ihrem Verhältnis zum Mittagessen sieht: Die Mahlzeit am Mittag ist dem Franzosen heilig. Für viele Arbeitnehmer in Frankreich ist es einer der wichtigsten Momente des Tages. Während im weltweiten Durchschnitt drei von fünf Angestellten keine Pause für das Mittagessen einlegen, macht in Frankreich nahezu jeder eine Mittagspause, wie eine Befragung von 8000 Arbeitnehmer(inne)n durchdas Forschungsagentur Sociovision im Auftrag des französischen Großcaterers Elior France ergeben hat.

Demnach ist die Mittagspause bei den Franzosen ein ehernes Ritual der Esskultur, das meistens nach einem festen Schema abläuft. So gehen 88 Prozent der Mitarbeiter immer mit den gleichen Kollegen essen und 90 Prozent stets zur gleichen Zeit. Dabei geht es nicht nur ums Essen: Die Pause bietet auch eine Gelegenheit, sich mit Kollegen zu entspannen, den Akku wieder aufzuladen und etwas Abstand zum Arbeitsalltag zu gewinnen oder Erledigungen zu tätigen. Ganz ohne kleine Einschränkungen geht es jedoch auch in Frankreich nicht: Die typische Mittagspause hat sich während der letzten 20 Jahre verkürzt.

Wie auch immer: Sich mehr Zeit für die Mittagspause nehmen und dabei mit netten Menschen Essen gehen, würde auch uns Deutschen dem Savoir-Vivre und einem entspannteren Leben ein bisschen näher bringen – oder?

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