Wieder einmal drängt es den Menschen im Ernährungsexperten zum Schreiben:Was mag ein chinesischer Bürgerrechtler denken, wenn er hört, dass Deutsche auf die Straße gehen, um gegen das Tanzverbot am Karfreitag zu protestieren? Wie mag sich ein syrischer Widerstandskämpfer oder ein Palästinenser im abgeriegelten Westjordanland angesichts solcher Luxusprobleme fühlen? Was müssen all die Menschen, für die weltweit heute die Erlösung von dem Bösen noch in weiter Ferne ist, über Linke, Piraten und Grüne denken, die in Deutschland für die Abschaffung des Tanzverbotes vor die Gerichte ziehen. Nein – der Eiertanz um das Tanzverbot ist kein Aprilscherz, und man fragt sich, wieviel Selbstverliebtheit es braucht, um sich an einem solchen Tanz ums goldene Kalb zu beteiligen.

Ach so – es geht eigentlich gar nicht um Egotrip und noch mehr Spaßgesellschaft, sondern um die Trennung von Staat und Kirche und den Grundwert der Freiheit. “Wann wir tanzen, ist doch unsere Sache”, schreibt die Piratin Mirjam Dargatz bei faz.net und verurteilt, dass: „im Falle des Tanzverbotes die Interessen der Christen, die ihren Feiertag nach religiösen Regeln feiern wollen, den Interessen der anderen Interessengruppe vorgezogen werden.“ Man darf gespannt sein, ob die Gegner des Tanzverbots so konsequent sind, z. B. künftig an allen kirchlichen Feiertage brav zur Arbeit zu gehen. In Köln lädt der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenqual“ zum Feiern ein. All denen, die heute mit dieser Parole losziehen, wünsche ich „Besinnung statt Verwirrung“.

Frohe Ostern

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