Tiefkühltruhe im Hause Mühleib: Hier friert ausschließlich selbst-Gefrostetes vor sich hin. © muehleibTiefkühltruhe im Hause Mühleib: Hier friert ausschließlich Selbst-Gefrostetes vor sich hin.
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Tiefkühlpizza wird zum Grundnahrungsmittel:

825 Millionen Tiefkühlpizzen haben die Deutschen im vergangenen Jahr verspeist. Ein neuer Rekord, wie das Deutsche Tiefkühlinstitut heute im Rahmen der Veröffentlichung der Jahresbilanz der deutschen Tiefkühlwirtschaft mitteilte.

„Kind, machst Du Dir denn auch was Ordentliches zu essen?“ „Klar doch Muttern, gibt doch Pizza!“ Gemeint ist – wohlgemerkt – natürlich die Tiefkühlpizza. Für Nestflüchter mit durchschnittlichen – also im Grunde gar keinen – Kochkenntnissen sichert sie zu jeder Tages und Nachtzeit die Grundversorgung: Da wird Kochen zum Kinderspiel. Lass ma Pizza! Raus aus der Tiefkühltruhe, Karton aufreißen, Pizza aus dem Verhüterli und rein in den Backofen. Was soll da das ganze Getue um die Ernährung.

825 Millionen gefrorene Teigfladen! Demnach verspeist jeder Bundesbürger ca. 11 davon pro Jahr. Einmal pro Monat ist Tiefkühlpizzatime. Da mein persönlicher TK-Pizzaverzehr bei 0 Stück pro Jahr liegt, muss es also auch Menschen geben, die 20, oder vielleicht 30, oder sogar noch mehr von diesen meist fetttriefenden Kalorienbomben verzehren.

Muss das Anlass zu Esskulturpessimismus geben? Kommt ganz auf die Stimmungslage des Betrachters an. Wenn man an den anstrengenden Lebenswandel heutiger 20-jähriger und ihren den Anstrengungen folgenden permanenten Erholungsbedarf denkt, dann ist die Pizza ja vielleicht die Rettung vor der Mangelernährung, und es bleibt die Einsicht: Was ein Glück, dass es die Tiefkühlpizza gibt, denn zum Stulle-Schmieren würde doch die Kraft fehlen.“

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