Zucker ist knapp und teuer. Die Verbraucher scheint es nicht allzu sehr zu stören. Was macht’s schon, ob das Päckchen nun 65 oder 95 Cent kostet. Umso mehr regen sich die Zuckerverwender über die Preissteigerungen auf. Zuckerverwender? Nein, das sind nicht die übergewichtigen Prädiabetiker mit einem Verbrauch von mehr als 250g Zucker pro Tag.  Als Zuckerverwender bezeichnen sich die Unternehmen der zuckerverarbeitenden Industrie aus Getränkewirtschaft, Süßwarenindustrie, obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitender Industrie sowie der Backwarenherstellung. Sie haben sich im „InfoZentrum Zuckerverwender (IZZ)“zusammengeschlossen, um gegen den Wahnsinn der EU-Zuckermarktordnung zu kämpfen, die immer noch planwirtschaftliche Züge trägt.

Vor dem Hintergrund sprunghaft gestiegener Einkaufspreise klagen die Zuckerverwender über chronische Unterversorgung trotz guter Zuckerernten und fordern sie die Abschaffung der Zuckerquoten und der horrenden Schutzzölle auf Importzucker aus Drittstaaten. Grund für den aktuellen Aufschrei der Zuckerverwender – der in der Fachpresse laut zu hören ist, aber in die breite Öffentlichkeit nicht vordringt – ist das aktuell veröffentlichte wirtschaftliche Ergebnis der Südzucker AG, die sich über einen Allzeit-Rekord mit einem Gewinnanstieg von sage und schreibe 44% auf 751 Millionen Euro im vergangenen Jahr freuen konnte. Da geht den Zuckerverwendern der Hut hoch: Denn sie bezahlen einen guten Teil der Zeche und stehen unter Druck, da sich nur ein Teil der erhöhten Rohstoffpreise an den Verbraucher weitergeben lässt. Zur breiten Öffentlichkeit hin halten sie den Ball trotzdem ziemlich flach – stehen sie doch immer vor dem Dilemma, mit ihrer Kritik an der Zuckerindustrie dem Image des Zuckers insgesamt zu schaden

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