Der Aufschrei der Medien hätte nicht heftiger sein können, wenn man festgestellt hätte, dass Wurst Ebola überträgt. Eine kleine Meldung der International Agency for Research on Cancer (IARC) hat zum kollektiven Aufschrei der Medien geführt: ‘WHO stuft Wurst als krebserregend ein.’ Dabei geht es im Grunde um Nichts – zur Wurst nichts Neues.

Nichts, was wir nicht schon lange wüssten. Im Grunde hat die IARC im Auftrag der World Health Organization (WHO) nur Altbekanntes zusammengetragen, nichts Neues herausgefunden, und auf dieses Nichts eine Befürchtung gesetzt. Für die Medien war dieses Nichts ein gefundenes Fressen – dabei haben sie die Wurst zur Henkersmahlzeit gemacht. Viele Journalisten haben sich an der Wurst verschluckt. Kaum zu glauben, wie viel man bei der Darstellung von Nichts falsch machen kann. Viele der zahllosen, eilig zusammengeschusterten, schlecht recherchierten Artikel strotzen vor sachlichen Fehlern, Ungenauigkeiten und Fehlinterpretationen. Artikel, die dem Wettrennen um die schnelle Schlagzeile geschuldet sind und beim Leser nichts anderes als Verunsicherung hinterlassen. Wieder einmal hat es Nichts Neues über Ernährung in die Breaking News und auf die Titelseiten geschafft – im gleichen Rang mit der Flüchtlingskrise. Durch ihren effekthascherischen Umgang mit dem Thema haben die Medien aus dem Wurst-Case einen Worst Case gemacht.

Fokus 02Übrigens: Dem Thema gerecht zu werden, wäre gar nicht so schwer.   Man muss eigentlich nur in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Ernährung im Fokus“ nachlesen. Thema des Heftes: Fleisch und Gesundheit. Dort hätte dann die Lektüre des wissenschaftlich brillanten Artikels von Dr. Alexander Ströhle genügt, um sich auf den Stand der Dinge zu bringen und im Zweifelsfall Ansatzpunkte für weitere Recherchen zu finden.

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