Rouven M. Siegler, der Mentaltrainer, der kurzeitig verdächtigt wurde, der ominöse Berater von Evi Sachenbacher Stehle zu sein, hat auf meinen Blogeintrag „Doping: War der Ernährungsberater schuld“ geantwortet. Sein Kommentar ist sehr offen und interessant. Deshalb veröffentliche ich ihn hier als Gastbeitrag:

Siegler: „Ja, ich habe mit Frau Evi Sachenbacher-Stehle zusammengearbeitet. Um genau zu sein vom 15.12.2008 – 26.02.2009. Der Grund der vielen Medienanrufe liegt darin, dass ich Frau Evi Sachenbacher-Stehle (nach wie vor) in der Referenzliste auf meiner Website führe – seit kurzem allerdings mit einem kleinen Zusatz. Inhaltlich ging es bei diesem Coaching um sportpsychologische Hilfestellungen – weit entfernt von Ernährung oder Nahrungsergänzungsmitteln. Darüber hinaus hat auch Frau Evi Sachenbacher-Stehle damals bei mir eine Anti-Doping-Vereinbarung mit Vertragsstrafe unterzeichnet. Diese Vereinbarung schließe ich im Übrigen mit jedem Profisportler, weil ich meine, dass Sport sauber und fair bleiben muss.

Lassen Sie sich daher eins versichert sein – genau so wenig, wie ich mich in taktische und technische Trainingsabläufe der jeweiligen Trainer einmische (davon habe ich keine Ahnung!), genau so wenig mische ich mich in das Ernährungssystem ein (davon habe ich noch weniger Ahnung!). Und keine Ahnung heißt für mich – hoffentlich auch für alle anderen – ganz klar „FINGER WEG”! Was dabei herauskommt, wenn man es doch tut, dass sieht man in diesem Fall leider ganz deutlich. Aus anderer Sicht: einem Athleten steht die sogenannte “Kölner Liste“ zur Verfügung (https://www.koelnerliste.com/koelner-liste.html). Die “Kölner Liste” ist für Sportler, Trainer und Sportmediziner bereitgestellt worden, um Informationen über Produkte im Hinblick auf Doping-Gefahren zu geben. Die Verantwortung der Ernährung liegt letztendlich immer beim Sportler selbst.

Ich persönlich finde es überaus verwerflich, dass ein „Mentaltrainer“ sich mit seinem Vertrauen in das überaus komplizierte Ernährungssystem eines Sportlers einschleicht, um somit auf anderer Ebene noch den einen oder anderen Euro „abzuzwicken“. Zumal auch auf dem Gebiet der Ernährung ebenfalls nur Fachleute mit dem Sportler arbeiten sollten – meine Meinung! Wenn ein „Mentaltrainer“ im „Nebenverdienst“ noch dubiose Nahrungsergänzungsmittel anbietet, dann kann es – aus meiner Sicht – mit seiner mentalen Kernkompetenz auch nicht weit her sein!

Ich bin überaus glücklich im sportpsychologischen und psychotherapeutischen Gebiet, in dem ich gerne arbeite. Weit entfernt von Ernährungsberatung, die bei Profisportlern in professionelle Hände eines darauf spezialisierten Sportmediziners oder Ernährungswissenschaftlers gehört. Sie haben also recht, wenn Sie schreiben: “Was die Ernährung betrifft, scheint es mit seiner Beratungskompetenz nicht weit her zu sein.“ Vollkommen recht – und so soll es auch bleiben. Ich brauche mich nicht damit „schmücken“, weil dies weder mein Themenfeld ist, noch jemals werden wird. Weder in der Theorie, noch in der Praxis oder im Handel mit dubiosen Mitteln! Kurzum: ich bleibe bei meiner Kernkompetenz, bei dem was ich kann! Es bleibt zu hoffen, dass durch diesen Fall eine gewisse Sensibilisierung stattgefunden hat, und in Zukunft solche „Fehler“ (egal auf welcher Seite) nicht mehr vorkommen.

Ich hoffe Ihnen damit ein wenig mehr Klarheit in meine Sicht der Dinge gegeben zu haben.

Viele Grüße vom Chiemsee

Ihr

Rouven M. Siegler

 

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