Wer war nun schuld daran, dass Evi Sachenbacher-Stehle positiv getestet wurde? Ihr „Mentalcoach und Ernährungsberater“ soll’s gewesen sein – so steht es zumindest überall in den Medien. Seit gestern macht ein Name die Runde: Rouven M. Siegler. Der hat allerdings auf Twitter sofort dementiert: „Um weiteren Nachfragen zuvor zu kommen: Nein, ich war – und bin – es nicht!“ Googelt man den Mann, wird zumindest eines klar: Was die Ernährung betrifft, scheint es mit seiner Beratungskompetenz nicht weit her zu sein (.. der Fairness halber sei gesagt: Er versucht auch offensichtlich gar nicht, sich damit zu schmücken.)

Ganz gleich, wer es letztendlich tatsächlich war: Kein zertifizierter Ernährungsberater, der auf die Beratung von Leistungssportlern spezialisiert ist, würde einem Athleten ungeprüft ein Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, das nicht getestet ist bzw. bei dem auch nur der leiseste Verdacht auf entsprechende Zusätze nicht ausgeräumt ist. Hier rächt sich wieder einmal, dass der Begriff Ernährungsberater nicht geschützt ist. Noch immer kann sich hierzulande jeder „Ernährungsberater“ nennen – ohne jeglichen Nachweis von Qualifikationen.

Man muss befürchten, dass es sich bei dem ominösen Berater um einen jener zahllosen Möchtegern-Experten handelt, die der Menschheit ihre Dienste als sogenannte Ernährungsberater weitgehend frei  von Kompetenzen andienen. Leidtragende im aktuellen Doping-Fall werden – neben Evi Sachenbacher – alle seriösen, zertifizierten Ernährungsberater(innen) sein. Der Imageschaden für den Berufsstand ist gar nicht abzusehen, wenn in der Öffentlichkeit das Fazit hängen bleibt: „Evis Ernährungsberater war schuld daran.“

Generell gilt: Drum prüfe, wer sich an einen Ernährungsberater bindet. In guten Händen ist man grundsätzlich bei denen, die über ein von den Krankenkassen anerkanntes Zertifikat verfügen.

 

 

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