Hört sich total modern an, klingt aber schon fast ein bisschen verzweifelt: Die Plattform Ernährung und Bewegung (peb) versucht es mit „Ernährung, die ins Ohr geht“ –  einem Rap-Video für Kinder zur Ernährungsbildung. „Wissensvermittlung erfolgt ganz unterschiedlich – gerade kreative Zugänge können eine besondere Aufmerksamkeit bei Kindern und Jugendlichen schaffen und somit nachhaltiger wirken. Musik ist dafür ein wunderbares Medium.“, so ‚Noch-Geschäftsführer‘ Mirko Eichner. Ich wünsche ihm allen erdenklichen Erfolg dabei, bezweifle allerdings, dass ihm dieser vergönnt sein wird. Mit 14 Likes und 400 Aufrufen geht das Video auf YouTube nicht gerade viral bei den Kids. Somit scheint sich der peb-Rap kaum als Vorbild für eine neue Grundschul-Didaktik zu eignen, nach der Lehrer der Zukunft erst nach Erwerb eines Rap-Diploms unterrichten dürfen. Im Übrigen muss man hoffen, dass der Rap nicht im Ohr stecken bleibt, sondern sein Inhalt auch in den Kopf geht und dort wirkt. Ganz schön schwieriges Unterfangen.

 

 

Dabei kann man die Verzweiflung der „PEBer“ durchaus verstehen: Der Rap ist schließlich auch eine Art Abgesang auf die Plattform. PEB wird platt gemacht – Ende Oktober hat peb per Pressemitteilung verkündet: „Plattform Ernährung und Bewegung beendet 2022 ihre Arbeit – Mitgliederversammlung beschließt Vereinsende.“ Vor nicht einmal zwanzig Jahren unter dem vielversprechenden Slogan „Gemeinsam für einen gesunden Lebensstil“ gegründet, wird die wichtige, sinnhafte Initiative, in die immerhin einige Millionen Euro geflossen sind, sang- und klanglos in die Tonne gehauen, obwohl sie dafür viel zu jung und zu schade ist. Merken wird es außer ein paar Insidern aus der Ernährungs- und Bewegungsszene keiner, wenn peb verschwindet. Denn zu einer Bekanntheit über diese Kreise hinaus, die für peb überlebensnotwenig und ein Schutz gewesen wäre,  hat es die Plattform leider nie gebracht.