Leichte Sommerküche geht ohne Tomaten, Mozarella und Pesto gar nicht. Und dann das: Die Stiftung Warentest hat 30 Pesto-Produkte aus dem Lebensmittelhandel unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss: „Wir können kein Pesto Genovese aus dem Test empfehlen.“ Alle sind sie durchgefallen! Sogar die Markenprodukte von Jamie Oliver und Manufactum enttäuschten die Tester und wurden mit „mangelhaft“ bewertet. War wohl nix mit gutem Handwerk.

DSC_0661aImmer im Hof und Garten: Ein paar Töpfe mit Basilikum. Hier in den Varianten rot, klassisch und Thai-Basilikum (..den ich für Pesto nicht verwende, da sein Aroma nach meinem Geschmack für ein Pesto zu asiatisch angehaucht ist). Foto:muehleib

 

Das ist ein ärgerliches Ergebnis, zeigt es doch wieder einmal – wenn auch an einem Nischenprodukt – dass die Hersteller den Verbraucher dort, wo es geht, gerne verarschen. Da spart man doch mal gerne an den wertgebenden Inhaltsstoffen und ersetzt teure Pinienkerne durch preiswerte Cashews oder Olivenöl durch billiges Sonneblumenöl. Da die Rezeptur in der EU nicht geschützt ist, sind dem Einfallsreichtum der Hersteller bezüglich der Zutaten keine Grenzen gesetzt – bis hin zur Beigabe von Kartoffelflocken – weiß Gott eine ur-italienische Zutat! Die Lektüre des Warentest-Originalartikels lohnt schon deshalb, weil sie offenbart, mit welchen Tricks die Hersteller versuchen, ihre unterirdischen Zubereitungen den Verbrauchern als Qualitäts-Pesto anzudienen. Verunsicherte Pesto-Liebhaber müssen nun nicht ratlos und verzweifelt sein. Die Botschaft muss lauten: Kein Fertigpesto mehr kaufen! Kein Mensch braucht dieses industriell hergestellte Zeug, denn ein leckeres Pesto kann sogar machen, wer gar nichts vom Kochen versteht – wenn er nur eine Fensterbank für zwei, drei Basilikumtöpfchen hat. Und so einfach geht’s:

Zutaten: Für ein Marmeladenglas voll selbstgemachtem Pesto brauchen Sie eine kleine Schüssel voll Basilikumblätter (ca. 120 Gramm), 1-2 Esslöffel Pinienkerne (gibt’s günstig und gut bei Aldi), zwei Esslöffel geriebenen Parmesan, Olivenöl (ca. 70 ml),1 Knoblauchzehe, Meersalz,

Zubereitung: In den meisten Zeitschriften steht, man solle Basilikum und Pinien im Mörser zerkleinern – das ist was für Leute mit zu viel Zeit (..ob dabei tatsächlich, wie oft behauptet wird, die Aromen besser zur Geltung kommen, wage ich zu bezweifeln.) Bei uns geht das so: Basilikumblätter zupfen, waschen, einmal trockentupfen. Pinienkerne leicht rösten (Vorsicht: immer schön beim Pfännchen bleiben –  die Dinger werden verdammt schnell schwarz und schmecken dann angebrannt!), beides zusammen mit dem Parmesan und der grob gehackten Knoblauchzehe in die Moulinette geben und kurz mixen. Öl und Salz dazu und nochmals kurz mixen (..das Pesto soll nicht zu breiig sämig werden!) – und fertig ist die Köstlichkeit. Ab ins Marmeladenglas, etwas Olivenöl als flüsiges Deckelchen obendrauf – und das Pesto hält sich geschätzt 6 bis 8 Wochen im Kühlschrank. Dieser Wert ist allerdings nicht verbürgt, da ein Pestoglas bei un nie so alt wird. Für Pesto verwenden wir übrigens immer ein fruchtiges, aromatisches (.. und damit meist ein etwas teureres) Olivenöl. Das Pesto dankt es uns mit einer immer wieder neuen und wunderbaren Vermischung der Blatt- und Ölaromen. Tipp: Mir reicht eine halbe Knoblauchzehe und ich lasse inzwischen den Parmesan ganz weg, denn beides macht das Pesto sehr –manchmal zu würzig. Ich mag es lieber, wenn der Parmesan dann z. B. dünn auf die Pasta über das Pesto gehobelt wird, dann kommen Aroma und Konsistenz des Käses viel besser zur Geltung.

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