Wenn aus Hippies Oldies werden, rächen sich die Sünden der Jugend, die man damals nicht für Sünden, sondern für ein Symbol neuer Zeiten hielt. Man schrieb das Jahr 1971. Aus “I’d like to teach the world to sing” wurde “I’d like to buy the world a Coke”. Damals war das ein gelungener Schachzug der Coca-Cola Marketing-Strategen. Die Vereinigung von happiness, universal love und Coke begeisterte Millionen.

 

 

Der Spot endet mit der Botschaft, dass Coke die globale Jugend über Grenzen hinweg zusammenbringt: “On a hilltop in Italy, we assembled young people from all over the world to bring you the message from Coca-Cola bottlers all over the world. It’s the real thing. Coke.” Aus den Jungen von damals sind die Alten von heute geworden. Für Coca Cola sind die Zeiten von Liebe, Harmonie, Honigbienen und Apfelbäumen längst vorbei.

Kritiker von Coca-Cola, wie etwa das Center for Science in the Public Interest (CSPI) sind der Meinung, der damalige Coke-Spot stehe stellvertretend für eine Multi-Milliarden-Dollar schwere Gehirnwäsche, die die Gefahren von Diabetes und anderer Krankheiten wie Fettleibigkeit oder Herzleiden verschleiert hat. “In den letzten 45 Jahren haben Coca-Cola und andere Limonadenhersteller die ausgeklügelsten und manipulativsten Werbetricks genutzt, um Kinder und Erwachsene von Getränken zu überzeugen, die in Wirklichkeit Krankheiten verursachen”, wird CSPI-Chef Michael F. Jacobson von HORIZONT, der Zeitschrift für Marketing, Werbung und Medien zitiert. “Wir dachten es wäre an der Zeit, das Lied zu ändern”, so Jacobson weiter. Wie HORIZONT weiter berichtet, hat die Verbraucherschutzorganisation das Commercial nun schlichtweg neu verfilmt – und daraus eine Anti-Limonaden-Werbung gemacht, in der anstelle von glücklichen, singenden Menschen Patienten zu sehen sind, die – so suggeriert es der Spot – offenbar zu viel Limonade getrunken haben und daher an Diabetes leiden.

 

 

Ob es den heutigen Hipstern nach 45 Jahren mal besser als den inzwischen diabetischen Hippies gehen wird?

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