Mit der deutschen Übersetzung von Jonathan Safran Foers Buch „Tiere essen“ hat das Thema Vegetarismus die deutschen Medien – oder besser: die deutschen Feuilletons erreicht. Liest man, was dort geschrieben und kommentiert wird, könnte man meinen, halb Deutschland sei zwecks Weltverbesserung im Aufbruch zur fleischlosen oder wenigstens fleischarmen Kost. Schön wär’s. Die Realität sieht offensichtlich anders aus.

Dieser Tage durfte ich einer Veranstaltung beiwohnen, in der Unternehmen der Gemeinschaftsverpflegung für besondere Leistungen ausgezeichnet wurden. Geladen waren knapp 400 Gäste – die Creme de la Creme der deutschen Verpflegungsbranche, geschätzt verantwortlich für ein paar Millionen Essen täglich in einer Branche, in der es zunehmen auch um Nachhaltigkeit, Bio-Qualität und Gesundheit geht. Als es zum Festmenü ging, wollte sich der Moderator ein kleine süffisante Randnotiz nicht verkneifen. Er wünschte guten Appetit mit der Bemerkung, von 370 Gästen hätten sich gerade einmal sieben für das vegetarische Menü entschieden. Hörbares Lachen im Saal – schön blöd, wer hier auf Kalbsbäckchen und Rinderfilet verzichtet. Sollten die Herrscher über Deutschlands Gemeinschaftsverpflegung auch nach ihrem persönlichen Geschmack entscheiden, was in der Betriebsgastronomie auf die Teller kommt, wird die vegetarische Revolution noch sehr lange auf sich warten lassen.

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