„Erhöht ein früher Schulbeginn das Diabetesrisiko?“ fragt die ÄrzteZeitung und bezieht sich auf eine Studie der University of Colorado in Aurora, USA an 31 Jugendlichen. Manchmal ist es nur  eine Überschrift, die einen gedanklich stolpern und wehmütig an jene Selbstverständlichkeiten denken lässt, die es nicht mehr zu geben scheint. Nach Normalitäten, die man nicht anzweifeln geschweige denn im Rahmen wissenschaftlicher Studien sezieren muss. Müssen sich Eltern nun künftig den Kopf zerbrechen und vielleicht sogar streiten darüber, was für Generationen selbstverständlich war: Dass Schule morgens um acht Uhr anfängt?

 

Traum aller Schüler: Diabetesprävention der Zukunft – Lernen im Schlaf. So weit sind wir heute aber leider noch nicht.

 

Was bewirkt eine Wissenschaft, die bis in die kleinsten Winkel unseres Alltags vordringt – mit spekulativen Ergebnissen von sehr fraglicher Relevanz. Wissenschaft, die hinnimmt, dass ihre Ergebnisse beim Publikum eher Unsicherheit denn Aufklärung oder Erkenntnis schaffen. Mit zahllosen Beobachtungsstudien und wüsten Korrelationen liefert gerade die Ernährungswissenschaft tagtäglich Beispiele dafür – fleißig unterstützt von den Medien, die noch die kleinste Vermutung so dramatisieren, dass sie als Gefahr für die Menschheit erscheint. Was die Ernährungswissenschaft betrifft, sind die bitteren Folgen schon spürbar: Kein Mensch mehr nimmt ihre Ergebnisse ernst. Die Halbwahrheit von heute wird kaum noch wahrgenommen und  zudem schon morgen von der nächsten aus dem Bewusstsein verdrängt.

Die Sache mit den müden Schülern und dem Diabetes können wir übrigens auch schon wieder vergessen. Focus online berichtete gerade, dass eine „Finnische Studie zeigt: Eier können vor Diabetes schützen.“ Da sind wir aber erleichtert: Wenn Kinder, die früh in der Schule sein müssen, zum Frühstück mehr Eier essen würden, sollte das Problem doch logischerweise gelöst sein, oder? Die Studie dazu wird nicht lange auf sich warten lassen.

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