In den Nachrichten von heute kommt er (noch?) nicht vor: Der Weltdiabetestag. Das ist symptomatisch für ein Gesundheitsproblem, das konsequent verharmlost wird.

Der Tsunami rollt, und keiner will es wahr haben. Wird schon nicht so schlimm werden, lautet die Devise, wenn es um Diabetes geht. Dabei ist das Drama schon da: Nach den neusten Zahlen der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) ist Deutschland das Land mit der höchsten Diabetesprävalenz in Europa. 12 % der 20- bis 79-Jährigen sind betroffen, insgesamt sind das 7,5 Mio.Menschen. Alle aktuellen Zahlen aus Deutschland deuten darauf hin, dass die Zahl der Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes auch hierzulande in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Auf Grund der geringen Beschwerden im Anfangsstadium dürfte die Dunkelziffer nicht diagnostizierter Fälle nach Schätzung von Wissenschaftlern erheblich sein.

Wir brauchen eine nationale Diabetes-Strategie.

So kann man sich nur hinter die Forderung von Prof. Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE stellen, der eine Nationale Diabetes-Strategie fordert, in der sich endlich auch die Gesundheitspolitik der Epidemie stellt:

„Es wird immer deutlicher, dass das Gesundheitssystem allein die Diabetesepidemie nicht bewältigen kann. Ein großes Indikationsfeld wie Diabetes braucht eine Nationale Strategie. …Am 22. 12. 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die vor einer weltweiten Bedrohung durch eine Diabetespandemie warnt und alle Mitgliedsstaaten auffordert, nationale Maßnahmen zur Prävention, Behandlung und Versorgung von Diabetes zu entwickeln. Bislang haben 13 von 27 EU-Ländern einen von Parlament oder Regierung verabschiedeten nationalen Diabetesaktionsplan. Deutschland hat diesen noch nicht. Die Bundesregierung ist aufgefordert, eine solche Nationale Diabetes-Strategie zu entwickeln.“  Teuer wird Diabetes vor allem durch die Folgeschäden im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Die damit verbundenen Kosten bergen gesundheitspolitischen Sprengstoff: Diabetes hat das Potenzial, unser Gesundheitswesen zu ruinieren – falls nicht bald gegengesteuert wird. Dabei ist „Prävention“ das große Zauberwort.

Ende 2008 hat sich diabetesDE als Vereinigung von Menschen mit Diabetes, Ärzten, Wissenschaftlern und allen Berufsgruppen, die an der Versorgung von Menschen mit Diabetes beteiligt sind, gegründet. diabetesDE ist die neue Gesamtorganisation der deutschen Diabetologie und wurde ins Leben gerufen von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD). Anfang 2010 wurde mit dem Deutschen Diabetiker Bund (DDB) die Meiniger Erklärung unterzeichnet. Sie beschreibt den Weg, wie wir in Zukunft enger zusammenarbeiten wollen. Das Ziel, das mit der Gründung von diabetesDE begonnen wurde, wird seitdem gemeinsam mit dem DDB verwirklicht: die Zersplitterung in der deutschen Diabetologie zu überwinden und eine gemeinsame, schlagkräftige Organisationen zu formen.

Wer sich über den Stand der Diskussion informieren möchte, dem sein die Lektüre des  von diabetesDE herausgegebene Berichtes „Diabetes 2011 – Die Bestandsaufnahme“ empfohlen. Der 190-Seiten Bericht mit Beiträgen von Experten der

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