Fiesta Tropicana vor dem Dom

Vorgestern abend auf der Kölner Domplatte: Der Weihnachtsmarkt öffnet seine Büdchen. Bei frühlingshaften 18° geht die Lust auf Glühwein, Punsch und Spekulatius allerdings gegen null. Die Standbetreiber reiben sich die Hände. Nicht der Kälte wegen. Eher aus Vorfreude auf das gute Geschäft. Denn laut Umfrage der Nürnberger GfK (heute veröffentlicht in der Welt am Sonntag) lassen sich die Deutschen den Spaß am Schenken von der Krise nicht verderben. Fast 60% der Deutschen wollen für Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr ebenso viel Geld ausgeben wie 2008. 7% planen sogar, mehr auszugeben als im vergangenen Jahr. Da geht alles, da kommt auch am Weihnachsbuden-Schnickschack keiner vorbei. Trotzdem hofft man noch auf weihnachtliche Temperaturen. Dann kommen auch die Glühwein-Stände noch gut in Schwung.

Wenn nicht -auch ejaal, denn der Kölner an sich ist hart im Nehmen. Wer als Funkenmariechen im Februar bei tiefem Frost die nackten Beine schwingt und sich klaglos mit jeder Blasenentzündung arrangiert, der schafft locker ein paar Gläschen Glühwein im subtropischen Ambiente. Da wird der Weihnachtsmarkt zur Fiesta Tropicana umfunktioniert, die Tannenzweige weichen Palmwedeln und statt Glühwein gibt’s Caipirinha. Die echten Kölner Jungs sind übrigens für Glühwein eh nicht zu kriegen – ganz gleich ob im Warmen oder Kaltem. Die ziehen lieber von der Domplatte einmal um die Ecke in die Altstadt, verschwinden in einem der Brauhäuser und suffe sich ene lekker Kölsch.

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