Heute ist der Tag des Kaffees. Eigentlich nerven diese zahllosen Tage des ‘Was auch immer’. Der Tag des Kaffees macht für mich eine kleine Ausnahme. Ich liebe Kaffee, und ich liebe Bücher – letztere sogar noch ein bisschen mehr. Orte, wo Kaffee und Bücher zusammenkommen, liebe ich dementsprechend ganz besonders. Wenn Kaffee und Bücher in einer gotischen Kirche aufeinandertreffen, dann ist das für mich etwas Außergewöhnliches, denn ich liebe obendrein Architektur. Einen solchen außergewöhnlichen Platz gibt es – ganz nahe, in Maastricht, einen Katzensprung vom Rheinland entfernt. Den möchte ich allen empfehlen, denen die Kombi von Bücher, Bauten und Kaffe auch etwas gibt – zudem als kleine Reverenz an den heutigen Tag des Kaffees.

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Die Dominikanerkirche im Zentrum Maastrichts ist die älteste gotische Kirche der Niederlande. Wer die heilige Halle heute betritt, wird auf den ersten Blick zumindest überrascht, vielleicht sogar überwältigt sein: In der Mitte des Kirchenschiffs erhebt sich ein mächtiger schwarzer Monolith aus schwarzem Stahl. Stanley Kubrick lässt grüßen. Vorsicht: Auch dieser Monolith zwischen gotischen Fresken kann zu Bewusstseinsänderungen führen: Er entpuppt sich beim zweiten Blick als gigantisches Bücherregal mit über 20.000 Bänden auf zwei Etagen – der Bestand der großen Buchhandlung die unter diesem historischen Überbau ihren Platz gefunden hat.

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Wer vom Staunen und der Bücherfülle irgendwann erschöpft ist, hat die Möglichkeit, im Chor der Kirche bei einem Tässchen Kaffee zu entspannen. Das Café ist eine Filiale der Kette Coffeelovers. Anstelle des Altar haben die Coffeelovers unter einem riesigen schwarzen Kronleuchter einen überdimensionalen Tisch in Kreuzform installiert, an dem sich‘s die Gäste mit Kaffee und Snacks gemütlich machen. Übrigens vielleicht das einzige Stück im ganzen Ensemble, das sich hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit bewegt.

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Was haben diese gotischen Gewölbe schon alles erlebt. Gedacht als ewige Stätte mönchischer Kontemplation wurden sie zum Pferdestall, Boxring und zur Buchhandlung. Der Bau wurde 1266 begonnen, 1294 wurde die Kirche eingeweiht. Ihr eindrucksvolles Gewölbe mit z.T. noch gut erhaltenen Fresken ist 23 Meter hoch. Im linken Seitenschiff ist eine Wandmalerei aus dem frühen 14. Jhh. mit einer der ältesten Darstellungen des Heiligen Thomas von Aquin zu bewundern. Im 19. Jh. wurde die Kirche zum Pferdestall der Kavallerie umfunktioniert. Zeitweise stand hier sogar die Guillotine der Stadt. Später wurden in dem Gebäude Boxwettkämpfe ausgetragen und Ausstellungen amerikanischer Luxusschlitten organisiert. Generationen von Maastrichtern erinnern sich außerdem noch bis heute mit Begeisterung an den Kinderkarneval, der hier einmal im Jahr gefeiert wurde.

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Das müsste wunderbar sein: Einmal ganz allein in diesem Raum. Mein Wunsch wird wohl unerfüllt bleiben – denn von der Minute der Eröffnung an bis zur allabendlichen Vertreibung der Sünder aus dem Tempel herrscht hier ein ständiges Gewimmsel und Gewammsel. Für mich zumindest ist das die schönste Buchhandlung, die ich kenne. In der Kirche werden zudem Kunstausstellungen und diverse kulturelle Veranstaltungen angeboten. Wer jetzt unbedingt auch dorthin will: Adresse: Dominikanerkerkstraat 1, 6211 CZ Maastricht / Die Buchhandlung ist auch am Sonntag geöffnet.

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