Ria Lottermoser, Mille Sughi – 1000 x Pasta, Edition Fackelträger, Köln 2009, 736 Seiten,ISBN 978-3-7716-4382-9, Preis: 25,00 €

Das wundert den erstaunten Zeitgenossen: Italien widersteht der Krise erstaunlich gut. Wer hätte gedacht, dass Italiener so streng sparen können? Nach einem Bericht in der taz sind Italiens Privathaushalte die solidesten in Europa: Die gesamte private Verschuldung liegt bei 34% des BIP (Deutschland: 63%, Spanien: 83%).

Tja, wenn gespart werden muss, kocht die italienische Mama Pasta – wenn’s sein muss wochenlang, und das für kleinstes Geld und trotzdem ohne Verzicht auf den Genuss. Wie das geht? Das lehrt uns zum Beispiel der wunderbare fetten Wälzer „Mille sughi – 1000xPasta“ auf über 700 Seiten. Ich liebe diesen schweren Schinken – ohne Photos, ohne Schnickschnack mit seinem modern-geradlinigem Layout. Die Rezepte? Eines leckerer als das andere – und einfach zu kochen obendrein.

Zu verdanken haben wir diese Fleißarbeit Ria Lottermosser-Fetzer. Der Name hört sich nicht sehr italienisch an, doch der Leser spürt: Die Frau muss Pasta und Italia lieben. “Mille Sughi” steht in der Reihe meiner Allzeit-Favoriten und käme auch in mein erste Hilfe-Set für wirtschaftliche Notzeiten: Mindestens die Hälfte der verlockenden Gerichte lässt sich auch mit Hartz IV noch finanzieren. Spaghettini alla zucca (Spaghettini mit Kürbis) – Penne con i fagioli (Penne mit weißen Bohnen) – Pasta con lenticchie (Nudeln mit Linsen): drei aus tausend, köstlich vegetarisch – und billiger geht’s wirklich nicht! Fazit: Gut angelegte 25 Euro.

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