Vor zwei Wochen hat Slow-Food Gründer Carlo Petrini im Interview mit der WELT gefordert: „Essen muss teurer werden“. Dieser Wunsch könnte sich schneller und extremer erfüllen, als es Herrn Petrini lieb sein dürfte. Die Lebensmittelpreise könnten in nicht allzu ferner Zukunft in Regionen steigen, in denen sich nicht nur Petrini zum heutigen Zustand zurücksehnt. Dass die Preise für agrarische Rohstoffe schon seit Monaten steigen, ist Petrini anscheinend entgangen. Noch Ende letzter Woche gab die in Rom ansässige UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem Preisindex für Februar bekannt, dass die Preise für Nahrungsmittel weltweit auf neue Rekordhöhen geklettert sind. Dem Index zu Folge sind die Preise für Lebensmittel global im achten Monat hintereinander gestiegen – und  lagen bereits vorher auf dem höchsten Stand seit Einführung des Preisvergleichs im Jahr 1990. Entwarnung ist dabei nicht in Sicht – im Gegenteil: Schließlich könnten die Nahost-Krise und die Ölpreissteigerungen die internationalen Nahrungsmittelmärkte zusätzlich belasten.

Dass die Preissteigerungen auch bei uns schon angekommen sind, merkt jeder, der sich in den Supermarkt begibt. Sogar bei den Discountern ist die Preiswende eingeleitet. Nach einer Meldung der Lebensmittelzeitung von letztem Freitag (online nur für Abonnenten) hat Aldi in der vergangenen Woche zahlreiche Lebensmittel verteuert – darunter wichtige Eckartikel wie Kaffee und Butter. Damit hat der Discounter die Kaffeepreise innerhalb von fünf Wochen zum zweiten Mal angehoben. Der Preis für das Pfund Röstkaffee ist dort jetzt um stolze 50 Cent auf 3,49 Euro gestiegen. Wer wissen will, wie’s weitergeht, der nehme nochmal das mit Weitsicht geschriebene Buch vonWilfried Bommert zur Hand.

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