Der Lebensmittelzeitung vom letzten Freitag ist der Welternährungsgipfel immerhin ein Interview auf Seite 3 wert (leider nur für Abonnenten im Web). Darin geht es um die Auswirkungen des Hungers auf die Fleischbranche. Prof. Dr. Achim Spiller, Agrarwissenschaftler mit Spezialgebiet Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Uni Göttingen, zeigt sich nachdenklich bezüglich weltweiter Wachstumsphantasien der Fleischwirtschaft. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO wird der weltweite Fleischbedarf von bislang 270 Mio. t bis zum Jahr 2050 auf 470 Mio. t ansteigen.

Bei wachsender Weltbevölkerung, einer Verknappung der landwirtschaftlichen Ressourcen und derzeit schon einer Milliarde hungernder Menschen, muss der Agrarwissenschaft die Quadratur des Kreises gelingen, wenn sich die FAO-Prognose erfüllen soll. Das ist offensichtlich auch Prof. Spiller nicht ganz geheuer: „Jeder, der sich mit Fleisch beschäftigt, weiß natürlich, dass Fleisch über den Veredelungsverlust produktionsintensiv ist. Wir müssen viel pflanzliche Nahrung einsetzen, bei Rindfleisch sind es 10 pflanzliche Kalorien, um eine tierische zu produzieren. Insofern bin ich mir sicher, dass der Fleischkonsum, wie er derzeit prognostiziert wird, in dieser Form gar nicht stattfinden wird. Die Prognosen sind aus meiner Sicht für die Fleischwirtschaft zu optimistisch gedacht.“ Gleichzeitig plädiert Spiller für mehr landwirtschaftliche Forschung in Entwicklungsländern zur Züchtung angepasster Nutzpflanzen und Tierrassen, um den Hunger wirkungsvoller zu bekämpfen.

Fleisch – die Hälfte reicht: Für Qualität statt Quantität!

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