Heute schreibt mir wieder einmal die gute alte Tante DGE – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ich glaube, sie will sich wieder einmal über meine Ernährungsfehler beschweren, denn schon im ersten Satz belehrt sie mich:

5 Portionen am Tag liefern reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und fördern die Gesundheit

Zunächst erklärt sie mir, was gerade passiert in der wunderbaren Welt der Lebensmittel.

 Saisonstart für heimisches Obst und Gemüse: Radieschen, Spargel, Spinat, Rhabarber und die ersten Erdbeeren eröffnen im Frühjahr das Angebot an Obst und Gemüse aus heimischem Anbau. Wer dieses saisonale Angebot nutzt, kann sich abwechslungsreich mit frisch geerntetem Obst und Gemüse versorgen.

 

Dann will sie mir mal wieder ein schlechtes Gewissen machen, weil ich doch eher auf Schokolade, Nudeln und Pizza steh.

Je mehr Obst und Gemüse gegessen wird, desto geringer ist das Risiko für starkes Übergewicht, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und bestimmte Krebserkrankungen. Eine abwechslungsreiche Auswahl zwischen vielen verschiedenen Obst- und Gemüsearten bringt zusätzliche Vorteile: Bei gleicher Obst- und Gemüsemenge geht damit eine höhere Zufuhr von unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen einher, die vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen haben.

 

Jetzt redet die Tante plötzlich komisches Zeug.

Noch nicht ausreichend geklärt ist die Frage nach der optimalen Zufuhrmenge und exakten Wirkungsweise sekundärer Pflanzenstoffe. Vielleicht beeinflussen sie sich gegenseitig, vielleicht wirken sie nur dann schützend, wenn sie zusammen mit den in Obst und Gemüse vorhandenen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen gegessen werden. Was den gesundheitsfördernden Effekt einer obst- und gemüsereichen Ernährung betrifft, so könnten dafür die Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse an sich oder die Verdrängung ernährungsphysiologisch ungünstiger Lebensmittel durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr ausschlaggebend sein. Sicher ist, dass reichlich Obst und Gemüse inklusive Hülsenfrüchten verzehrt werden sollten.

 

Jetzt weiß ich gar nicht mehr, was Sache ist: Vielleicht beeinflussen sie sich, das heißt: vielleicht tun sie’s auch nicht. Vielleicht wirken sie nur dann schützend, wenn sie zusammen mit den in Obst und Gemüse vorhandenen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen gegessen werden – das heißt: vielleicht aber auch nicht. Und dann soll wieder sicher sein, dass reichlich Obst und Gemüse verzehrt werden sollten? Wenn die Gründe dafür nur vielleicht sind, wieso ist das dann sicher? Denn was vielleicht ist, ist doch nicht sicher! Jetzt bin ich völlig unsicher. Vielleicht sollte man den ganzen Kokolores über das Vielleicht und das Sichere in der Ernährung nicht mehr lesen – denn sicher ist nur eins: Zu gesicherter Sicherheit kommt man dadurch nie.

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