Es gibt fast nichts, was sich nicht ideologisch missbrauchen ließe – nicht einmal das Essen bleibt davon verschont: In der dänischen Hafenstadt Randers hat eine Koalition aus Liberalen und der Dänischen Volkspartei muslimischen Einwanderern den Schweinefleischkrieg erklärt. Wie gaga ist das denn?

In Randers sind Kindertagestätten künftig verpflichtet, Schweinefleisch anzubieten. Die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti – DF) hat im Stadtrat von Randers durchgesetzt, dass Schweinefleisch künftig ein obligatorischer Teil der Speisekarte in den Kitas der Kommune wird. Es sei als Problem zu betrachten, wenn „aufgrund missverstandener Rücksichtnahme und islamischer Regeln“ Schweinefleisch in Kitas nicht mehr angeboten würde, so der integrations- und ausländerpolitische Sprecher der Partei, Martin Henriksen. Die Maßnahme soll u.a. dem Schutz der „dänischen Essenskultur“ dienen (gibt’s die wirklich? Ich habe bei verschiedenen Besuchen in Dänemark nicht so sehr viel davon bemerkt). Die Pflicht zum Schweinefleisch soll zudem die Kindertagesstätten von der Bürde befreien, sich mit Eltern, die kein Schweinefleisch essen, auseinanderzusetzen. Kommunale Schulen und Kindergärten müssen demnach Fleisch- und Wurstwaren aus Schweinefleisch als regulären Bestandteil in ihre Speisekarte wieder aufnehmen.

Wie die Kieler Nachrichten berichten, sei auch in Deutschland ein Trend zu beobachten, in Kinderbetreuungseinrichtungen oder Schulen „islamkonforme“ Gerichte anzubieten. Müssen wir uns da nun vor Islamisierung auf dem Teller fürchten? Kommt der muslimisch unterwanderte Veggieday? Hat die AfD den Gesetzentwurf für die Schweinefleischpflicht schon in der Tasche? Komplett absurd wird die Sache, wenn man folgendes liest: Sechs von zehn Dänen würden eine Schweinefleisch-Pflicht in ihrer Kommune unterstützen, wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Zeitung „Metroxpress ergab. Das ist noch gesundes Volksempfinden. Wohl bekomm’s.

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