Sommer in der EifelWar das schön. Ein Wochenende wie im Süden. Auf der Terrasse im Schatten liegen, alle Viere von sich strecken. Zwischendurch Eiskaffee,  eisgekühlter Aperol Spritz, in den Zeitungen der letzten Tage stöbern.

Letzteres hätte ich allerdings besser lassen sollen. Schaut mich doch gleich von der ersten Seite ein verhärmt dreinschauender Farmer aus dem mittleren Westen an, der anklagend auf seine vertrockneten Felder zeigt: Verdorrter Mais, soweit das Auge schaut. Ein paar Tage Süden sind ja ganz schön. Bei der Vorstellung einer wochenlang währenden Gluthitze, die alles verdorren lässt, wird mir sogar auf meinem Schattenplätzchen ungemütlich heiß. Umblättern hilft auch nicht: Da wird über die Waldbrände in Spanien berichtet. Dort ist die Lage in diesem Jahr besonders dramatisch. Nach Zählung des WWF vernichteten bisher 24 Waldbrände jeweils mehr als 500 Hektar Wald, womit sie als “große”, verheerende Waldbrände gelten. Insgesamt sind nach den Angaben des WWF seit Anfang des Jahres knapp 11 000 Brände in Spanien ausgebrochen, die mehr als 130 000 Hektar Wald vernichteten, eine 3,3 Mal so große Fläche wie im vergangenen Jahr um diese Zeit. All überall Dürre, Brände, Trockenheit, Not, drohende Lebensmittelknappheit, rasant steigende Getreidepreise – da könnte man fast ins Grübeln kommen. So war der Sonntagnachmittag nicht geplant – niedergedrückt im Liegestuhl von Weltschmerz und Krisenangst, bedrückt von Zweifeln an der der Fortdauer des guten Lebens.

Zu guter Letzt rettet mich der Eifel-Lokalteil des Kölner Stadt-Anzeiger: „Die Furcht der Landwirte vor Ernteausfällen in der Eifel hat sich als unbegründet erwiesen.“ erfahre ich dort. „Der Wetterumschwung vom Dauerregen zum Sonnenschein sorgte dafür, dass kaum witterungsbedingte Mängel zu beklagen sind.“ Wie beruhigend.Da kann ich mich nun doch wieder entspannt zurücklehnen, wenn in der Welt hier vor der Haustür noch alles in Ordnung ist. Stößchen – genießen wir noch ein bisschen. Ein Prosit auf unsere Galgenfrist!

 

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