„Kommt Ernährungsbildung bald als Schulfach?“ – So meine Frage kürzlich auf dem tellerrand. Ernährungsbildung alleine reicht allerdings nicht. Wie Dr.  Büning Fesel  in ihrem Kommentar anmerkt, brauchen wir mehr als Ernährungsbildung. Wir brauchen Verbraucherbildung als übergeordnetes Fach.

Am Wochenende Gespräch mit meinem Neffen – 23 Jahre und bald Vollakademiker – über Griechenland und sonstige Katastrophen. Was ist eigentlich eine Staatsanleihe, lohnt es sich, solche Anleihen zu kaufen? Was bringt das, gibt es Risiken und was bedeutet es, wenn die EZB solche Anleihen kauft? Der junge Mann hat keine Ahnung, obwohl er zur Bildungselite der Studierenden gehört. Wie sollen junge Menschen den Staat, Europa, jetzige und vor allem kommende Krisen verstehen, wenn Sie bar jeder Ahnung grundlegender wirtschaftlicher Begriffe und Zusammenhänge sind? Dabei geht es nicht nur um das Verstehen des Systems, sondern auch um das persönliche Wohlergehen. Vernünftig und verstehend umgehen mit Geld, Konsum, Absicherung für die Gegenwart und für das Alter – das ist Grundlage für ein wirtschaftlich gelingendes Leben. Deswegen hat Frau Büning-Fesel mehr als Recht: Wir brauchen weit über die Ernährungsbildung hinaus ein Fach Verbraucherbildung.

Wirtschaftliche Fallen gibt es genug, und mit Vorliebe tappen junge Menschen hinein. Auf den Umgang mit Geld werden Jugendliche kaum vorbereitet. Viele verschulden sich – und zahlen einen hohen Preis für dieses Learning by failing. Vertragsfalle, Dispo- und Kreditfalle, Werbefalle – der Weg junger Menschen ins Leben ist von zahllosen wirtschaftlichen Fallen gesäumt. Man könnte frühzeitig lernen, diese Fallen zu vermeiden. Nur: Keiner bringt es den Jungen bei. Das sollte man ändern. Verbraucherbildung als Schulfach wäre die Lösung – vernünftige Curricula vorausgesetzt.

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