Schon mal was von der Initiative Supermarktmacht gehört? Immerhin hat die Initiative inzwischen mehr als 40.000 Menschen aktiviert, die EU-Binnenmarktkommissar Michael Barnier in E-Mails aufgefordert haben, sich für verbindliche, durchsetzbare Regeln zur Verhinderung des Einsatzes unfairer Einkaufspraktiken einzusetzen.

Die Initiative ist ein Zusammenschluss von inzwischen 26 Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, die sich dafür stark machen, dass der Missbrauch von Einkaufsmacht aufgedeckt und begrenzt wird. Mit dabei sind u. a. die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Brot für die Welt und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft . Zudem fordert die Initiative die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in der gesamten Lieferkette. Dabei geht es vor allem darum, strukturell etwas zu verändern, d.h. bessere Sozial- und Umweltstandards in der gesamten Lieferkette der Supermärkte durchzusetzen – in Deutschland, innerhalb der EU und in Produktionsländern.

Die Initiative macht damit auf einen Sektor der Ernährungswirtschaft aufmerksam, der sich in der Diskussion um Lebensmittelqualität und –Sicherheit mit Vorliebe im Image des Unschuldslamms sonnt und vorgibt, ausschließlich zum Wohle des Verbrauchers zu agieren: den Lebensmittelhandel. Dabei kritisiert die Initiative unter anderem die Marktmacht einiger weniger im Handel, die Lieferanten und Erzeuger im Preis drücken und ihnen unfaire Konditionen diktieren. Der Branche, die nicht nur Lebensmittel liebt, sondern auch die eigene Macht und Größe, kann eine Diskussion der kritischen Aspekte, wie sie die Initiative fordert, nur gut tun.

 

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