“Die Brauer sind empört” schreibt die WELT über die große Aufregung, die bei den deutschen Bier- und Mineralwasserunternehmen ausgebrochen ist.  Ihre sonst vor Reinheit nur so strahlenden Produkte sollen mit Mikroplastikfasern verunreinigt sein. Wie das NDR-Magazin “Markt” mit dem Hinweis auf das Gutachten des (emeritierten) Universitätsprofessors Gerd Liebezeit berichtet, enthalten Discounter-Wässer und diverse Pils- und Weißbiere namhafter Brauereien mikroskopisch kleine Kunststofffasern. Die könnten für Verbraucher gefährlich sein da die Gefahr besteht, dass sich die Fasern im Gewebe anreichern.Wie die Welt berichtet, weisen die Brauer die Vorwürfe kategorisch zurück: „Die Brauereien echauffieren sich nun über die Anschuldigungen von NDR und Liebezeit. ‚Die wissenschaftlich höchst fragwürdige Behauptung entbehrt jeder Grundlage, weil unser Bier nachweislich rein ist‘, heißt es zum Beispiel bei Veltins. Der Brauer-Bund zweifelt zudem die Glaubwürdigkeit der Test-Methoden an. ‚Die Behauptungen basieren erkennbar nicht auf einer seriösen wissenschaftlichen Untersuchung‘, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes.”
Eigentlich empörend an der Geschichte ist, dass sich die Brauer empören. Die gerieren sich seit jeher so, als würden sie Wasser, Hopfen und Malz aus dem Mittelalter importieren – aus der Zeit, in der die Umwelt noch frei von Chemikalien war. Was glauben die denn, wo wir leben?? Richtig ist, dass erst mal nachgewiesen werden muss, ob die Behauptungen des emeritierten Professors stimmen (.. es gibt Zweifel daran, dass der alte Mann so ganz koscher ist). Auch wenn sich seine Untersuchungsergebnisse als falsch erweisen – wie die Brauer behaupten und wie wir in unser aller Interesse hoffen – ist Empörung die falsche Reaktion. Die Brauer sollten vielleicht – anstatt Promotions zur Rettung des fernen Regenwaldes zufahren -mit ihren großen Möglichkeiten dafür kämpfen, dass Wasser, Hopfen und Malz bei uns dauerhaft rein bleiben – und z.B. Plastikmüll jeder Art möglichst schnell reduziert wird. Noch liegt auch dieses Problem für viele weit weg – im großen Meer, wo die armen Fische die Plastikpartikel fressen müssen. Doch, liebe Brauer, Plastiktütenträger und alle anderen: Das Problem wird schneller näher kommen als Ihr denkt. Denn wenn die Partikel heute noch nicht in unserem Grundwasser sind, dann werden sie vielleicht morgen schon dort sein . Also, liebe Brauer, empört Euch nicht. Engagiert Euch lieber für eine plastikfreie Umwelt.

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