Lieber Herr Kerner, muss das sein: Jetzt laufen sie schon im Jogging-Anzug durch ihre Kochsendung. Zweifellos war es ein sehr modisches Exemplar. Trotzdem vergeht mir der Apetitt – spätestens dann, wenn die Kamera auch noch in Großaufnahme zeigt, wie Frau Wiener mit ihren Fingern unapettitlich durch das Couscous matscht. Aber macht nichts: Man läuft ja inzwischen auch in Shorts und Hawaihemd durch Kathedralen. Es sollte auch niemanden stören, wenn demnächst die Gäste im Vier-Sterne Hotel ungewaschen im Schlafanzug beim Frühstück sitzen. Und falls Sie, Herr Kerner, demnächst während ihres Talks die Füße auf den Tisch legen – groß genug ist er ja – soll sich bloß keiner aufregen. Wenn Fernsehen Vorbildfunktion hat, dann lernt man bei Ihnen, dass Kochen ein infantiles Spektakel ist, das nach dem einfachen Prinzip funktioniert: Je größer das Gematsche, desto leckerer das Ergebnis. Den Eindruck macht leider auch ein Johann Lafer mit seiner akribischen Arbeitsweise nicht wett. Übrigens: Witzig wäre sicher auch mal die Overall-Variante mit Tim Mälzer im Mechaniker-Look mit schwarz geränderten Fingernägeln und kreativem Fingerfood. Oder Sie verlegen ihre Kochsendung künftig einfach auf den Campingplatz – mit Sarah Wiener als Grillmamsell. Zapp und weg!

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