Das wäre schön, wenn die Ernüchterung vor dem Rausch käme. Dann könnte man sie – im Fall des Alkoholrauschs – einfach wegsaufen. Geht aber nicht. Alles hat seinen Preis. Freunde der „bewusstseinserweiternden“ Wirkung des Rausches zitieren gerne Nietzsche: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären“. Den Komasäufern der heutigen Nacht werden die Sterne allenfalls durch den besoffenen Kopp rotieren.  Ich jedenfalls gebe der Heiterkeit den Vorzug. Zu der kommt man, wenn man aus dem Zug zum Rausch auf halber Strecke aussteigt. Der Weg zurück ist kürzer, die Fallhöhe bleibt überschaubar. Ich ziehe den kleinen Neujahrs-Blues dem Absturz aus rauschender Höhe vor. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Freunden guten Rutsch und ein heiteres Neuhjahrsfest.

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