Südfünen und die vorgelagerten Inseln – eine Pupenstube: Nach außen ist hier alles heile Welt.  Bunte Fachwerkfassaden, beschaulich, niedlich, von mannshohen pastellfarbenenen Stockrosen gesäumt.

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Überhaupt, diese Stockrosen: Wie schaffen die das, dass die hier aus jeder Ritze wachsen? Zwei Meter hoch, buschig und mit leuchtend bunten Blüten?

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Die Fünen frönen einer verbreiteten Leidenschaft für Nippes und nostalgische, kitschige, skurile Porzellanfiguren, die sich auf den Fensterbänken hinter den Sprossenfenstern offenbart.

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Hier scheint sich Nostalgie mit Melancholie zu verbinden. Hier wähnt sich der Besucher sich in einer Welt, in der noch alles sauber, frisch und frei von Problemen ist. Fünen ist Auenland – die echte Welt soll draußen bleiben.

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Der Blick hinter die Kulissen ist ernüchternd: Auch hier sind die Menschen von der Krise nicht verschont geblieben.  Vier Monate Tourismus im Jahr und ein bisschen Fischerei reichen nicht für das Überleben der Region. Die Lindo-Werft bei Odense – mit über 10.000 Arbeitsplätzen jahrzehntelang größter Arbeitgeber der Region – musst im vergangenen Jahr der Globalisierung weichen und ihre Tore schließen. Das hat Spuren hinterlassen. „Til slagt“ – „zu verkaufen“. Auffällig viele Häuser stehen zum Verkauf oder stehen leer und beginnen zu verfallen.

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Die Jungen ziehen weg. 25% Mehrwertsteuer verteuern das Leben und schrecken die Touristen vor Resaurantbesuchen und Einkaufstouren ab. Der Deutsche mietet ein Ferienhäuschen und kommt mit einem Kombi vollbepackt mit Lebensmitteln. Der traumhafte Sommer hat mehr Gäste als üblich und viele Restaurants und Gastronomen gerade nochmal eine noch eine Runde weiter gebracht.

Eine Reise mit freundlciher Unterstützung von “Sonne und Strand”

 

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