Ende Mai wächst meine Lust auf frischen Matjes. Doch bisher blieben meine Versuche, selbigen am Fischstand auf dem Wochenmarkt zu erwerben, erfolglos.Lapidare Begründung: “Der Matjes ist dieses Jahr zu spät!” “Der lange Winter.” “Der kalte Mai.” “Die niedrige Wassertemperatur.”

 

Ist er wirklich zu spät? Nein, ist er nicht. Er ist nur pünktlich! Eine kurze Recherche im Internet ergibt: Ungewöhnlich ist nicht diese Matjessaison, sondern die vorangegangenen. In den vergangenen zehn Jahren kam der Matjes zu früh, weil die Winter ungewöhnlich mild und der Frühling viel zu warm waren. Nach den Langzeitmessungen von 1900 bis 1966 liegen der vergangene Winter und Frühling 2006 erstmals wieder im Normalbereich, wenn auch immer noch leicht über dem Mittelwert. Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei erinnert deshalb an die ins Mittelalter zurückreichenden Heringsordnungen, wonach “vor Johanni” (24. Juni) kein Hering zu Qualitäts-Handelsware: verarbeitet werden durfte.

Wenn er nun endlich kommt, gibt’s bei uns Matjes mit Zwiebeln und Äpfeln – eine schön schlanke Variante mit wenig Sahne und Mayonaise nach diesem Rezept. Schließlich hat der Matjes selbst schon 15% Fett, darunter allerdings einen ausgesprochen hoher Anteil an wertvollen, essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle: Fool for Food

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