Von der Stirne heiß fließt der Schweiß: Ein Ende der Hitzewelle ist nicht abzusehen. Vor allem während der Nachmittags-Spiele leiden die Kicker unter brütender Hitze und schwüler Luft.

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Der Ernährungswissenschaftler und Sporternährungs-Experte Prof. Dr. Michael Hamm erklärt im Interview mit Dr. Friedhelm Mühleib, wie die Spieler die Durststrecke überstehen:

FM: Einige Spieler scheinen besonders unter der Hitze zu leiden. Gibt es individuelle Unterschiede beim Schweißverlust und in der Hitzeresistenz?

Prof. Hamm: Schweißtreibende Temperaturen in den Fußballstadien und die Anforderungen des Spiels selbst stellen extreme Anforderungen an den Flüssigkeitshaushalt dar. Dabei gilt: Ein gut trainierter Spieler schwitzt schneller und mehr als ein weniger gut trainierter Spieler. Er verfügt somit über eine bessere Wärmeregulierung, was leistungsstabilisierend wirkt.

FM: Wieviel Liter Schweiß kann ein Fußballer bei den aktuellen Temperaturen während eines Spiels verlieren?

Prof. Hamm: Pro Stunde Sport rechnet man normalerweise mit Schweißverlusten von 1,0 bis 1,5 Liter. Auf ein Fußballspiel bei hohen Temperaturen bezogen kann die über den Schweiß verlorene Flüssigkeit 2 bis 3 Liter ausmachen und manchmal sogar noch mehr. Deshalb muss bereits während des Spiels mit dem Trinken begonnen werden und dazu reicht die Halbzeitpause allein nicht aus. Wann immer das Spiel es erlaubt, soll Gelegenheit zur Flüssigkeitsaufnahme gegeben werden.

FM: Macht es Sinn, vor dem Spiel “bis zum Anschlag” zu trinken, um die Flüssigkeitsreserven aufzufüllen oder belastet eine große Trinkmenge unmittelbar vor dem Spiel die Leistungsfähigkeit?

Prof. Hamm:Damit man nicht bereits mit einem Flüssigkeitsdefizit startet, können 15-30 Minuten vor dem Spiel noch 250 ml Wasser, Mineralwasser oder isotonische Sportgetränke getrunken werden. Auf Vorrat vor dem Spiel alles auf einmal oder ausgedurstet nach dem Spiel große Mengen kalter Getränke zu trinken, ist dagegen nicht ratsam und beeinträchtigt die Leistung oder wird schlecht vertragen.

FM: Werden mit dem Schweiß auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente ausgeschieden? Mit welchen Getränken lassen sich die Verluste am besten ersetzen?

Prof. Hamm: Weil Schweiß bekanntlich eine schwache Salzlösung ist, sollten die ausgeschwitzten Mineralien wie Natrium, Magnesium, Kalzium und Kalium im Sportdrink enthalten sein zusammen mit einer geringen Menge Kohlenhydraten zur Aufrechterhaltung der Leistung. Ganz wichtig für ein Getränk bei Langzeitbelastungen, das zum schnellen Wasserersatz beitragen soll, sind Kohlenhydrate (30-80 g pro Liter) und Natrium (400 mg pro Liter). Beides stimuliert die Wasseraufnahme im Darm. Ein natrium- und magnesiumhaltiges Mineralwasser 1:1 bis 2:1 mit Fruchtsaft (Apfel-, Kirsch- oder Traubensaft) ist ebenso ein guter Durstlöscher wie ein isotones fertiges Sportgetränk. Mit diesen Trinklösungen kann sowohl der Aktive als auch der Zuschauer den Hitzestress gut überstehen und fit bleiben.

Quelle:Informationszentrale Deutsches Mineralwasser ( IDM )

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