Essen die Menschen im Home Office anders? Um einen Artikel zu diesem Thema ging es in meiner gestrigen Zoomkonferenz mit einer Kollegin. Home Office? Läuft doch, stellen wir fest. Oder doch nicht? Was ist mit den persönlichen Kontakten? Im Vergleich mit elend langen Telefonaten ist das Videomeeting für zwei doch ein echter Fortschritt. Man ist sich, wenn auch nur digital, näher als mit Handy oder Hörer am Ohr. Dabei schafft der digitale Bildraum eine seltsame Mischung von Nähe und Distanz. Vernetzt – und trotzdem einsam. Das – so unser Fazit – ist das Grundgefühl vieler Menschen in der neuen, digitalen Arbeitswelt.

 

Lässig – aber nicht imer gesund: Essen im Home Office – Foto: Pexels – Mikhail Nilov – 6613780

 

Dass Einsamkeit hungrig macht, ist eine alte Erkenntnis. Hinzu kommt: Auch das Home Office ist nicht frei von Stress und Ärger. Den baut man zu hause durch Frustessen statt Kaffeeklatsch ab. Was man nicht rauslassen kann, muss zugeschüttet werden – am besten mit vielen Kalorien, je mehr, desto besser; je süßer, desto lieber. Glaubt man den austauschbaren Prognosen bezüglich der Ernährungstrends 2021, soll die Ernährung der Deutschen im neuen Jahr noch pflanzlicher, smarter, nachhaltiger, klimafreundlicher werden. Wir sind da skeptisch. Unsere Hypothese: Essen wird noch einsamer, als es eh schon ist – trotz aller Vernetzung. Und es wird auch bei vielen nicht besser. Im Home Office wird mehr genascht, gesnackt, frustgefuttert und zugenommen werden. Fast Food und Lieferdienst ersetzen die Kochkunst. Wohl bekomm’s.

 

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