Bewegungsmangel gilt in modernen Zeiten als eine der wichtigsten Ursachen für Übergewicht bei Kindern. Viel Schlaf scheint jedoch für die Prävention von Übergewicht genauso wichtig wie die körperliche Betätigung: In einer Studie an der kanadischen Universität von Laval, publiziert in der jüngsten Ausgabe des International Journal of Obesity, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass Kinder umso stärker zu Übergewicht neigen, je weniger sie schlafen.

An der Studie nahmen 422 Grundschüler im Alter zwischen 5 und 10 Jahren teil. Mit Hilfe des Body Mass Index kategorisierten die Forscher 20% der Jungen und 24% der Mädchen als übergewichtig. Diejenigen unter den Kindern, die weniger als 10 Stunden schliefen, hatten ein 3,5fach höheres Übergewichtsrisiko als jene Schüler, die 12 und mehr Stunden schliefen. Überrascht waren die Forscher vor allem davon, dass die Schlafdauer den deutlichsten Einfluss auf  die Entstehung des Übergewichts unter allen untersuchten Einflussfaktoren hatte (Übergewicht der Eltern, TV / Computer-Konsum, körperliche Aktivität).

„Es entbehrt nicht einer gewissen Paradoxie, dass der Schlaf als passivste aller menschlichen Aktivitäten offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Übergewichts spielten könnte.“ konstatiert Prof. Angelo Tremblay, einer der Autoren der Studie. Die Erklärung dafür liefern die Hormone. „ Schlafmangel führt zu einer verringerten Produktion des Hormons Leptin, das den Stoffwechsel stimuliert und das Hungergefühl senkt.“ so die Hypothese des Mediziners.

Letzlich kommt der Professors zu  folgender bahnbrechender Empfehlung: „Aus Sicht unserer Studie wäre mein wichtigster Rat: Motiviert Eure Kinder zu mehr Bewegung  und  sorgt dafür, dass sie genug schlafen.“  Dem ist zuzustimmen – nicht nur aus Sicht der Studie, sondern auch aus der des gesunden Menschenverstandes. Von dem scheint es leider immer weniger zu geben, da es immer mehr übergewichtige Kinder gibt. Welch ein Jammer.

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