„Das gab’s noch nie.“ – lässt das Management von McDonald‘s in Frankreich verlauten. Dort werden die Burger von jetzt an mit Messer und Gabel serviert. Während die Presse von einer „Revolution“, das Unternehmen von einer „Evolution“ spricht, ist das doch allenfalls eine Rückkehr zu den guten Manieren. Jetzt will also der Bock zum Gärtner werden – mit einem echten Stilbruch, weg vom Fingerfood. So ganz wird der Stilbruch dann doch nicht vollzogen. Denn noch ist das Besteck nicht aus Silber. Es ist aus Plastik, und damit bleibt man sich treu, passend zum Geschmack des Essens. Zudem gibt’s das Besteck nur zum Premiumprodukt: Man muss schon den neuen Gourmet-Burger bestellen, der wahlweise mit Blauschimmelkäse und Schinken oder Worcestersauce und Jalapeño serviert wird. Mit Pommes und Zuckerbrause hat der Spaß einen stolzen Preis – über 13 Euro.

Was will McDonald‘s mit dieser skurilen Aktion? Die Esskultur retten? Da sollte sich niemand falsche Hoffnungen machen. McDonald‘s dürfte weder erzieherische Absichten noch die Rückkehr zu den guten alten Sitten im Sinn haben. Die Masche mit dem Besteck ist nicht mehr als ein mäßig intelligenter Marketing-Gag, der allenfalls die Müllmengen steigert und den Laden wieder mal kurz ins Gespräch bringt.  Paradoxes ist in den Medien beliebt, weil es vermeintlich das Interesse der Leser weckt. Schon schreiben allerorten Blätter und Blogger über den Plastik-Bluff. Die Strategen des Burger-Braters haben damit ihr Ziel schon erreicht. Damit wär’s meinerseits denn auch schon genug der Aufmerksamkeit. Da geh ich doch lieber in den Garten und mach mir einen saftigen Burger vom eigenen Grill mit frischen Zutaten. Der schmeckt allemal besser als der Pseudo-Gourmet-Klops vom Fließband – ganz gleich ob mit oder ohne Besteck.

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